100 Jahre Imkerverein Ramerberg, der Rückblick

100 Jahre Imkern in Ramerberg gefeiert

Ramerberger Imkerverein sieht positiv in die Zukunft

Ramerberg – Mit einem Gottesdienst, Festzug  durch die Ortschaft und gemeinsamen Mittagessen im Gasthaus Bichler hat der Ramerberger Imkerverein am vergangenen Sonntag sein 100-jähriges Bestehen gefeiert. Rund 150 Gäste, darunter überwiegend Vereinsmitglieder und deren Familien, waren der Einladung gefolgt. Mit Festreden, verschiedenen Ausstellungen, Musik von den „Rouda Blechblosn“ aus Rott am Inn und einem Gastvortrag wurde die lange Tradition des Imkerns in Ramerberg gewürdigt.

Auch die Bayerische Honigkönigin Sabrina Moriggl und Bürgermeister Georg Gäch kamen zum Gratulieren. Moriggel, gebürtige Berchtesgadenerin, freute sich über die „breite Vielfalt an Honig hier“. Imkern sei zwar mittlerweile im Trend, dennoch sei immer noch viel Aufklärung beim Verbraucher notwendig. Beispielsweise darüber, wie Honig eigentlich entsteht. Das erhöhe auch die Akzeptanz für den Preis des Qualitätsprodukts Honig. Gäch dankte allen Anwesenden für ihr Engagement, wünschte eine gute Ernte und empfahl, zu Gunsten der Bienen „auch mal was verwildern zu lassen.“

Wolfgang von der Heyden, erster Vereinsvorstand, begrüßte alle Gäste und dankte den Vereinsvorständen und Fahnenabordnungen sowie dem Pfarrer „für seine scheene  Kiarch.“ In seiner Festrede ging er auf die hundertjährige Geschichte des Imkerns ins Ramerberg ein. Gegründet hat den Imkerverein der damalige Postbote, Alois Lindinger, am 14. Januar 1917. Der Verein zählte sofort 45 Mitglieder. Diese hatten sich zum Ziel gesetzt, die Bienenköniginnenzucht, den Honigertrag und das Bienenwachs besser zu organisieren und zu steigern.

Eine kleine Ausstellung veranschaulichte die Tradition des Imkerns in Ramerberg. Verschiedene Gerätschaften und Zubehör stellte das Imkern von damals und heute vor - das in den Grundzügen gleich geblieben ist. Von der Alltäglichkeit des Imkerns vor hundert Jahren aber zeugten Auszüge aus der Vereinschronik und Originalfotos an einer extra Stellwand. „Früher hatte jeder zweite Bauer Bienen. Da war das Imkern selbstverständlich, der Honig war einfach da“, erinnert sich Sebastian Mühlhuber.

Sein Vater, Thomas Mühlhuber gehörte zu den Gründungsmitgliedern des Ramerberger Imkervereins. Er selbst hat mit zwölf Jahren zu imkern begonnen. Heute, mit 82 Jahren, hat er zehn Völker. „Der Honig früher war Gold wert“, so Mühlhuber. „Wir hatten drei Kühe, 40 Hühner und eine Sau – aber 90 Bienenvölker.“ Der Naturalienhandel habe der Familie vor allem in den Kriegsjahren sehr geholfen. „Wir waren die ersten mit einem Kühlschrank, nach dem Krieg.“

Auch in seiner Jugend- und Nachwuchsarbeit zeigt sich der Ramerberger Imkerverein recht aktiv: Eine große Fotobildwand zeugt von vielen Besuchen, Ausflügen und Standbegehungen für Kinder, Jugendliche und auch älteren Nachwuchs. Dieses Engagement scheint sich gelohnt zu haben: Heute liegt Imkern in vielen Gegenden von Deutschland im Trend, gerade in den größeren Städten. Die staatliche Förderung, die es seit einigen Jahren gibt, tat ihr Übriges. „Zunächst stieg die Anzahl der Imker, aber nicht die der Bienenvölker“, so der Vereinsvorsitzende. Aber auch das ändere sich gerade: „Wir zählen nicht nur mehr Imker, sondern auch mehr Völker“. Aktuell hat der Ramerberger Imkerverein 76 Mitglieder, etwa 20 kommen regelmäßig zum Stammtisch alle zwei Wochen. „Das sind recht viel junge und aktive Imker und ich hoffe, dass es immer so weiter geht“, wünschte von der Heyden abschließend. Die Honigernte dieses Jahr sei „super“, das Glas kostet derzeit zwischen 6,50 und acht Euro, zu beziehen bei Bauernmärkten oder direkt beim Imker. Abschließend informierte der Bio-Bauer Hans Schmid noch über Blumenwiesen und Bienenweiden, die den Bienen das ganze Jahr über viel gutes Futter bieten. Seine Empfehlungen: Ligusterhecke, Quitte und Kiwi!